Didgeridoo-Bau mit Schablonen
Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem "Test-A-Doo"
an den Bau eines neuen Didgeridoos heranzugehen. Die Erste: Ein guter Rohling
ist vorhanden und mit dem Testinstrument werden dessen Möglichkeiten vor dem
Bau überprüft. Die Zweite: Das "Test-A-Doo" wurde nach den persönlichen
Vorstellungen eingestellt und dann ein passender Rohling dazu gesucht. Ich
zeige hier die zweite Methode, d.h. alle Maße für das neue Instrument liegen
bereits fest. Die BearbeitungZuerst wird die Außenform grob angelegt. Dabei achte ich darauf, dass nicht zuviel Material abgenommen wird - schließlich wird noch Spielraum für die spätere Feinarbeit gebraucht. Die Länge bemesse ich großzügig ( auf beiden Seiten mindestens 3 cm mehr als geplant ). Das erleichtert das spätere Feintuning.![]() ![]() Grob vorbereitete und versiegelte Außenform
Bei sauberer Arbeit lassen sich die Hälften passgenau zusammenfügen. Vor dem endgültigen Verkleben wird die Kontaktstelle gereinigt. Dann wird satt Holzleim aufgetragen. Abtropfender Leim wird innen und außen glatt verstrichen. ![]() Frisch verklebtes Roh-Didgeridoo mit Schlauchschellen. Jetzt kommen Schlauchschellen zum Einsatz - ein großes Sortiment aller möglichen Durchmesser ist sehr hilfreich. Damit werden die frisch verklebten Hälften richtig unter Druck gesetzt. Bei frischem Holz müssen 1-2 Wochen 2x am Tag die Schrauben der Schellen kräftig nachgezogen werden. Das ist wichtig, weil nur so das evtl. noch arbeitende Holz in Zaum gehalten werden kann. ![]() Jetzt nur keine Hektik - Beim Tunen wird der gewünschte Klang herausgearbeitet. Nach 2 Wochen habe ich die Schlauchschellen kurzfristig entfernt, um das erste Tuning vorzunehmen. Da ich das Instrument sicherheitshalber zu lang (tief) angelegt habe, muß ich noch kürzen, um exakt an den zuvor geplanten Grundton und Overblow heranzukommen. Dabei gilt für diese Form die grobe Regel: Kürzung im Mundstückbereich= stärker erhöhter Grundton und leicht erhöhter Overblow, Kürzung im Bellbereich= stärker erhöhter Overblow und leicht erhöhter Grundton. Danach reduziere ich gezielt die Wandstärke des neuen Didgeridoos, um die Eigenfrequenzen des Holzkörpers, soweit möglich, an die Obertonreihe der Luftsäule anzupassen. Das ist der Punkt, an dem ein feines Ohr zum Tragen kommt (... oder eine FFT-Analyse-Software - s. Tuning-Kapitel). Dicke Wandstärken schwingen vorwiegend im hohen Frequenzbereich und bringen deshalb auch eher die höheren Eigenfrequenzen des Holzkörpers zur Geltung - bei traditionellen Yirdakis keine Seltenheit. Dünne Wandstärken schwingen auch auf tieferen Frequenzen und begünstigen einen weicheren, melodischeren Klang - in unserer entspannungsbedürftigen Gesellschaft die beliebtere Variante. Wenn ich mit dem Tuning fast zufrieden bin, lege ich erneut die Schlauchschellen an, damit sich das Didge während der letzten Trocknungsphase garantiert nicht mehr verzieht.
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Fertig! Es kann losgeh'n ... ! |